Der Hobbit: Buch

Der Hobbit das Buch: Das Leben von Bilbo Beutlin verläuft wie das eines fast jeden Hobbits äußerst routiniert. Und das ist auch gut so, findet er. Wer braucht schon Unerwartetes, wenn man täglich mehrere gute Mahlzeiten genießen und vor dem schönen Häuschen gemütlich Pfeife rauchen kann. Gut, früher hat er gerne mal davon geträumt über die Grenzen der Hobbit-Heimat Auenland hinauszugehen und die restliche Welt von Mittelerde zu erkunden. Diese Zeit ist aber längst vorbei. Oder doch nicht?

Plötzlich steht da der Zauberer Gandalf vor seiner Tür und lädt Bilbo zu einem Abenteuer ein, was dieser erst einmal rundheraus ablehnt. Nichtsdestotrotz finden sich plötzlich 13 Zwerge in Bilbos trautem Heim ein, um jenes Abenteuer zu planen. Als guter Gastgeber muss der kleine Hobbit sich zumindest anhören, was die seltsame Gesellschaft da in seinen Wohnräumen bespricht.

Gold und Drachenfeuer

Anführer der Zwergengruppe ist Thorin Eichenschild, ein ernster aber verlässlicher Zeitgenosse, außerdem aus einer wichtigen Familie stammend. Sein Großvater Thror regierte vor langer Zeit das Königreich Erebor, das sich direkt in einem Berg befand. Alle Zwerge schätzen Gold, doch Thrors Gier nach Reichtümern war besonders groß. Der enorme Schatz, der im Erebor angehäuft wurde, lockte schließlich den Drachen Smaug zum Berg. Gegen das Drachenfeuer und Smaugs beinahe undurchdringlichen Panzer hatten die Zwerge keine Chance. Wer nicht getötet wurde, musste fliehen. So waren vom stolzen Erebor-Volk nur noch kleine Gruppen übrig, die sich ein neues Leben aufbauen mussten.

Der Hobbit Buch: Eine unerwartete Reise

Aber natürlich kann selbst der angenehmste Zufluchtsort nie das geliebte Zuhause ersetzen. Beinahe zweihundert Jahre nach dem Vorfall ist Thorin entschlossen den Berg zurückzuerobern. Die zwölf Zwerge Balin, Dwalin, Óin, Gloin, Bifur, Bofur, Bombur, Kili, Fili, Dori, Nori und Ori stehen ihm dabei treu zur Seite – auch wenn man mit so vielen kleinen Leuten wohl kaum einen großen Drachen zur Strecke bringen kann. Gandalf trägt seinerseits zum Vorhaben bei, indem er den noch kleineren Bilbo zum 14. Mann der Unternehmung erklärt. Hobbits sind bekanntlich sehr geschickt darin ungesehen an anderen vorbeizukommen.

Die ganze Idee erscheint Bilbo zunächst völlig absurd. Allerdings kann er sich des Charmes eines Abenteuers doch nicht ganz erwehren, als er die Geschichten und Gesänge der Zwerge hört. Und so willigt er ein.

Raus aus der Comfort Zone

Schnell muss der kleine Hobbit feststellen, dass Abenteuer äußerst ungemütlich sein können. Weder gibt es Federbetten noch warme Kaminfeuer und die ein oder andere Mahlzeit muss auch ausfallen. Im Gegenzug dafür gibt es die verschiedensten Wesen zu treffen. Nicht alle sind eine angenehme Bekanntschaft. Trolle, Orks und gigantische Spinnen besonders nicht. Aber die schönen und unsterblichen Elben findet Bilbo toll, auch wenn es sogar hier freundliche und weniger freundliche gibt. Gandalf verschwindet hin und wieder mal, was zwar beängstigend ist, Bilbo aber auch zwingt über sich selbst hinauszuwachsen und tapfere Dinge zu tun, die er sich gar nicht zugetraut hätte.

Der Hobbit Buch: Kindergeschichte und Fantasy-Klassiker

Das Buch Der Hobbit mit seinen knapp 360 Seiten lässt sich im Vergleich zu Der Herr der Ringe ziemlich einfach lesen, ist spannend aber weitgehend gewaltfrei. Während in der Verfilmung eine ordentliche Portion Romantik eingebracht wurde, weist die Vorlage keine Liebesgeschichte auf. Viel mehr spielen Werte wie Freundschaft und Treue eine Rolle.

In uns allen steckt ein kleiner Bilbo

Man muss kein Hobbit sein um Bilbos Gefühle nachvollziehen zu können, als er sein sicheres geliebtes Zuhause verlässt und sich ins Unbekannte aufmacht, um Neues zu erleben. Ein Umzug ins Ausland oder das Verlassen des Elternhauses zum Beispiel werden ebenfalls von Vorfreude und auch etwas Angst begleitet. Zwischendurch bereut man die Entscheidung, wenn die Dinge mal besonders schief gehen und man sich verlassen fühlt. Zugleich formen die Erfahrungen den Charakter, verändern einen zum Guten und vielleicht auch ein bisschen zum Negativen.

Diese Veränderungen bleiben noch bestehen, selbst wenn man wieder in sein altes Zuhause zurückkehrt. Zwar weiß Bilbo seine gemütliche Wohnstube jetzt noch mehr zu schätzen, zugleich bleibt aber eine gewisse Sehnsucht nach Abenteuern bestehen. Die anderen Hobbits im Buch finden ihn seit seiner Rückkehr etwas seltsam und Bilbo sieht seine Umgebung ebenfalls mit neuen Augen.

Moral im Buch Der Hobbit: Nicht alles lässt sich mit Gold aufwiegen

Der gigantische Schatz im Erebor lockt nicht nur die Zwerge zurück zum Berg. Im Verlauf der Geschichte tauchen auch andere Parteien auf, die dem Reiz des Goldes nicht widerstehen können. Gerade an Thorin sieht man deutlich eine negative Charakterveränderung, je näher er den Reichtümern seiner Vorfahren kommt. Bilbo ist bestürzt zu sehen, was die Gier aus guten Personen machen kann.

Geld allein macht nicht glücklich – das zeigt Tolkien in seiner Geschichte sehr anschaulich. Nicht alles Gold der Welt kann treue Freunde oder das Zuhause ersetzen.

Fakten & Wissenswertes

Am 21. September 1937 wurde „The Hobbit“ erstmals veröffentlicht. Beinahe sechs Jahre schrieb John Ronald Reuel Tolkien an der Geschichte.

Bis es zu einer deutschen Fassung des Hobbit-Buchs kam, dauerte es rund 20 Jahre. 1957 erschien „Der kleine Hobbit“ dann auch in Deutschland. Was zunächst als Kinderbuch betrachtet wurde, gewann über die Jahrzehnte hinweg eine große Fangemeinde – nicht zuletzt weil dieses kleine Buch Der Hobbit der Auftakt zu Der Herr der Ringe war.

Einflüsse & Inspirationen für das Hobbit-Buch

Tolkien beschäftigte sich viel mit europäischen Sagen und Mythologien. So findet man auch einzelne Elemente im Hobbit Buch wieder. So ist der Name vom braunen Zauberer Radagast zum Beispiel an den des slawischen Gottes Radegast angelehnt. Bilbos Aufgabe in den Berg einzudringen und etwas aus der Höhle des Drachen zu stehlen stammt aus dem anglo-sächsischen Epos Beowulf.

Die Übersetzungen des Hobbit Buchs

Im Deutschen existieren zwei verschiedene Übersetzerversionen der Geschichte: die von Walter Scherf (1957) und die Neufassung von Wolfang Krege (1997). Letzterer übernahm auch die neue Übersetzung von Der Herr der Ringe und traf damit auf wenig Zustimmung. Während er beim Hobbit den Ton des Originals halbwegs einfangen konnte, ärgerten sich viele Leser über Namensänderungen, das Siezen zwischen manchen Charakteren und schlecht übersetzte Lieder. So wurden in Kreges Übersetzung auch Dinge wie „Taschenlampe“ erwähnt – ein Gegenstand, der in dieser Welt natürlich gar nicht existiert.

Seit Jahrzehnten sind Leser aller Altersklasse immer wieder begeistert vom Hobbit. Buch und Filmversion konnten riesige Erfolge verzeichnen.